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Außerordentliche Mitgliederversammlung am 12.01.2019

Der Vorstand der Gesellschaft für Anthropologie (GfA) teilte heute in einem Rundschreiben an die Mitglieder den Termin für die bereits im Rundbrief vom 13.08.2018 angekündigte außerordentliche Mitgliederversammlung mit. Diese wird am 12.01.2019 von 15:30 bis ca. 19:00 Uhr in der Universität Potsdam stattfinden.

Themen der Versammlung werden ein Zwischenbericht des Vorstands, die Vorstellung des Verbunds der Lebendanthropologen in der GfA (Netzwerk Lebendanthropologen NeLA) und die Entscheidung über vom Vorstand vorgeschlagene Änderungen und Ergänzungen der Satzung sein.

Mitglieder finden die Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammen mit einer Zusammenfassung der vorgeschlagenen Satzungsänderungen auch im internen Mitgliederbereich der GfA-Website unter der Kategorie „Mitgliederversammlungen“. Wie Sie Mitglied der GfA werden können, erfahren Sie hier.

GfA

APPA-Treffen 2019

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12./13.04.2019 in Weimar (Deutschland).

Sehr geehrte Damen und Herren, Mitglieder der APPA,

im Namen der AG Paläoanthropologie und prähistorische Anthropologie (APPA) der Gesellschaft für Anthropologie (GfA) möchte ich Sie zu einem Treffen am 12. und 13. April 2019 in Weimar einladen. Entsprechend dem Wunsch der APPA-Mitglieder, geäußert beim AG-Treffen auf der GfA Tagung in Geislingen, werden wir uns den Möglichkeiten und Grenzen der anthropologischen Leichenbranduntersuchung widmen. Am ersten Tag, Freitag 12. 04., werden wir Vorträge zu unterschiedlichen Aspekten der Leichenbranduntersuchung und deren Auswertung hören. Am folgenden Tag können in praktischer Zusammenarbeit eigene, mitgenommene fragliche Fälle vorgestellt und diskutiert werden, außerdem werden wir auch an den Leichenbränden aus den Ausgrabungen des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) Weimar Spezialfälle ansehen und diagnostizieren können.

Für das Treffen haben bereits mehrere der wichtigsten Forscherinnen und Forscher im Bereich Leichenbrand in Deutschland zugesagt. Vorträge werden u.a. von Frau Dr. Birgit Großkopf (Göttingen) und Frau Prof. Dr. Gisela Grupe (München) gehalten, Herr Prof. Dr. Joachim Wahl (Konstanz) hat ebenfalls seine Unterstützung zugesagt. Weiterhin sind bereits mehrere Vorträge zu Themen der Bergung, Aufarbeitung, Altersbestimmung, Paläopathologie sowie der demografischen Auswertung eingeplant. Einige Vorträge sind auch den Nachbarwissenschaften gewidmet: experimentelle Archäologie, Archäobotanik und Archäozoologie. Wir streben an, die Beiträge des Treffens in Form eines Sonderbandes in einem peer-reviewten Journal zu publizieren. Wer von den Lesern dieses Schreibens auch gern einen Vortrag oder ein Poster und danach auch eine Publikation für den Sonderband beitragen will, möchte sich bei mir bitte möglichst bald melden, für die Vorträge sind noch ein paar freie Plätze da. Die Anmeldungsfrist der Beiträge, Vorträge oder Poster, läuft bis zum 10. Januar 2019, die Anmeldung zur Teilnahme ohne einen Beitrag ist bis Ende März 2019, da die Kapazität des Vortragssaals begrenzt ist. Für den praktischen Teil am Samstag sind die Arbeitsräume in einem Außenmagazin des TLDA vorgesehen, die Zahl der Teilnehmer muss deswegen auf maximal 20 Personen begrenzt werden: wer zuerst kommt…

Für das Treffen werden für die Teilnehmer höchstens minimale Unkosten anfallen. Die Räumlichkeiten werden durch das Museum für Ur- und Frühgeschichte Thüringens kostenlos zur Verfügung gestellt, somit müssen lediglich die Kosten für Pausenkaffee und -kekse getragen werden (ca. 5-10 Euro p. P.). Weimar liegt zentral und ist mit der Bahn sehr gut erreichbar, Unterkünfte sind mit rechtzeitiger Buchung vor dem Frühjahrs-Touristen-Ansturm in allen Preisklassen reichlich vorhanden und die Goethe-und-Schiller-Stadt lädt in der hoffentlich frühlinghaften Woche vor Ostern und dem Sommersemesterbeginn zum Besuch.

Ich freue mich über Ihre Rückmeldungen und vor allem Ihre Anmeldungen für das Treffen,

mit freundlichen Grüßen,

Jan Nováček
(APPA-Sprecher)

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie
Fachbereich Archäologische Denkmalpflege, Referat Anthropologie
Humboldtstraße 11
99423 Weimar

Tel.: +49 / 361 / 57 3223 – 329
jan.novacek@tlda.thueringen.de

Der „Herr von Boilstädt“ bekommt ein Gesicht

Im Jahr 2013 wurde beim Bau einer Umgehungsstraße von Gotha-Sundhausen (Thüringen) ein Gräberfeld aus der Merowingerzeit von dem Thüringischen Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege Weimar (TLDA) ausgegraben. Eine herausragende Bestattung, die von der Presse den Namen „Herr von Boilstädt“ erhielt, stand seitdem im Zentrum vielfältiger wissenschaftlicher Untersuchungen. Der aktuell jüngste Schritt, eine zeichnerische und eine plastische Gesichtsrekonstruktion, wurde am 30. 11. 2018 während einer Pressekonferenz am TLDA präsentiert. Die zeichnerische Rekonstruktion, durchgeführt durch Frau Steffi Burrath (LKA Sachsen-Anhalt), zeigt mehrere Varianten von Bart und Frisur. Die plastische Rekonstruktion, angefertigt von GfA-Mitglied Kristina Scheelen und Michael Brandt (Göttingen), besteht aus Silikonkautschuk mit menschlichem Echthaar und Glasaugen. Die DNA-Untersuchungen zur Bestimmung der Haar- und Augenfarbe wurden von den GfA-Mitgliedern Susanne Hummel und Janine Mazanec (Göttingen) durchgeführt.
Die Berichterstattung erfolgte u.a. durch die Thüringer Allgemeine Zeitung, Welt, RTL online, Bildzeitung Thüringen und den MDR in der Reihe Thüringenjournal.

Jan Nováček, TLDA

Das Beitragsbild (© H. Arnold, TLDA) zeigt Kristina Scheelen-Nováček (links) und Steffi Burrath vor der plastischen Gesichtsrekonstruktion des „Herren von Boilstädt“.

Babette Winter und Sven Ostritz

Dr. Babette Winter, Staatssekretärin für Kultur und Europa, und PD Dr. Sven Ostritz, Landesarchäologe und Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie enthüllen die zeichnerischen Rekonstruktionen. © H. Arnold, TLDA.

Erhöhte Mitgliedsbeiträge ab 2019

Auf ihrer Mitgliederversammlung 2017 in Geislingen an der Steige (Deutschland) beschloss die Gesellschaft für Anthropologie (GfA), die Beitragssätze für Mitgliedschaften anzuheben. Die neuen Beitragsätze von 50€ für reguläre und 25€ für ermäßigte Mitgliedschaften sind ab 2019 fällig. Nähere Informationen zu den Beitragssätzen und den Zahlungsmodalitäten sind in der Beitragsordnung enthalten, welche in aktualisierter Form im Internettauftritt der GfA bereit steht.

Aktuelle Mitglieder werden gebeten, bei der Begleichung ihrer Beitragspflichten die neuen Sätze zu berücksichtigen. Mitglieder, die am Lastschriftverfahren teilnehmen, müssen die von ihnen erteilten SEPA-Mandate erneuern. Dafür steht im Internetauftritt der GfA ein aktualisiertes Formular bereit. Bestehende Mandate werden für die Beitragszahlungen 2019 nicht mehr berücksichtigt. Mitglieder, die zur Bezahlung ihrer Beiträge Daueraufträge eingerichtet haben, werden gebeten, diese entsprechend der neuen Sätze anzupassen.

Mitgliedschaften, die im vierten Quartal 2018 begonnen werden, müssen für 2018 keinen Mitgliedsbeitrag mehr entrichten, sondern bezahlen gleich für das Beitragsjahr 2019. Ein entsprechend angepasstes Formular zur Beantragung der Mitgliedschaft steht im Internetauftritt der GfA bereit. Dort finden Sie auch weitere Informationen, wie Sie die Mitgliedschaft erlangen können.

Richtplatzarchäologie im Fernsehen

Am 18.11.2018 zeigt das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) von 23:50 bis 00:35 Uhr eine Dokumentationssendung zum Thema Richtplatzarchäologie:

„Geköpft, gerädert, gehenkt: Was am Richtplatz geschah“.

Neben Forschenden aus der Archäologie und den Geschichtswissenschaften wird auch GfA-Mitglied Bettina Jungklaus zu sehen sein. Sie zeigt und erläutert Skelettfunde mit Spuren von Verletzungen durch Hinrichtungen, unter anderem die Überreste eines Geräderten von einem Fundort in Brandenburg.

Die Dokumentation ist Teil der Sendereihe ZDF-History. Eine Kurzbeschreibung bietet der Internetauftritt des ZDF.

Geköpft, gerädert, gehenkt: Was am Richtplatz wirklich geschah

©ZDF

Vortrag über Basler Mumie aus der Barfüsserkirche

15.11.2018 in Freiburg (Deutschland).

GfA-Mitglied Gerhard Hotz vom Naturhistorischen Museum Basel (Schweiz) hält am 15. November einen Vortrag am Freiburger Institut für Paläowissenschaftliche Studien mit folgendem Titel:

Der rätselhafte Mumienfund aus der Barfüsserkirche in Basel

Die 1975 geborgene Mumie wurde kürzlich als Anna Catharina Bischoff identifiziert, eine Pfarrerswitwe, die vor 130 Jahren in Folge einer Syphiliserkrankung verschied und eine Vorfahrin des ehemaligen britischen Außenminister Boris Johnson war.

Der Vortrag findet um 18:15 Uhr im Hörsaal 1016 des Kollegiengebäudes I der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg statt.

Anna Catharina Bischoff

Wissenschaftliche Gesichtsrekonstruktion von GfA-Mitglied Ursula Wittwer-Backofen, modifiziert von Sandro Barmettler. © SRF

 

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NeLA-Treffen zum Thema „Ernährung“

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12./13.01.2019 in Postsdam (Deutschland).

Das Netzwerk Lebend-Anthropologie (NeLA) wird von den Arbeitsgruppen Genderforschung, Prävention und Anthropologie, Humanethologie und Evolutionäre Pädagogik der Gesellschaft für Anthropologie (GfA) gebildet. Am 12./13. Januar 2019 veranstalten diese ein interdisziplinäres Treffen zum Thema „Ernährung“. Veranstaltungsort ist Potsdam. Weitere Informationen folgen. Interessierte sind gebeten, sich direkt an die beteiligten Arbeitsgruppen zu wenden.

GfA

Netzwerk Lebend-Anthropologie (NeLA)

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Die Arbeitsgemeinschaften Genderforschung, Prävention und Anthropologie, Humanethologie und Evolutionäre Pädagogik der Gesellschaft für Anthropologie (GfA) haben sich zum Netzwerk Lebend-Anthropologie (NeLA) zusammengeschlossen. Damit unterstreichen sie ihr gemeinsames Ziel, die Biologie und das kulturelle Verhalten heute lebender Menschen zu erforschen und eröffnen neue Perspektiven der Zusammenarbeit, sowohl untereinander als auch im weiteren fachlichen Umfeld.

In einem Konzeptpapier stellt sich das NeLA nun der Öffentlichkeit vor. Das Dokument kann hier heruntergeladen werden:

  • Konzeptpapier NeLA

    Erratum: Die Liste der angebotenen Vortragsthemen ist auf dem Stand vom 12.09.2018, nicht 12.09.2011 wie im Dokument angegeben.

35. BBS-Treffen in Basel

Am 26.09.2018 traf sich in Basel (Schweiz) zum 35. Mal das Bürgerforschungsprojekt Basel-Spitalfriedhof (BBS). Im Rahmen des Projektes recherchieren Ehrenamtliche seit 2007 die Lebensumstände der Personen, welche auf dem historischen Spitalfriedhof der Stadt bestattet worden waren. Vier jährliche Treffen sorgen für den inneren Zusammenhalt der Gruppe.

Das 35. BBS-Treffen war mit knapp 70 Personen gut besucht und fand daher erstmals in der Aula des Naturhistorischen Museums Basel statt. Hauptrednerin war Prof. Dr. Karin Orth von der Universität Freiburg (Deutschland), welche ihr Forschungsvorhaben “’Unehelichkeit‘ als Massenphänomen im 19. Jahrhundert“ vorstellte, das in Kooperation mit dem BBS durchgeführt wird. Untersucht wird das Schicksal von jungen, ledigen Frauen aus Südbaden, die arbeitssuchend nach Basel kamen und in der Gebärabteilung des Bürgerspitals ein nichteheliches Kind zur Welt brachten.

Ein weiteres Thema waren die Untersuchungen zu Anna Catharina Bischoffs (1719-1787). Ihre Mumie wurde 1975 von der Archäologischen Bodenforschung Basel-Stadt in der Barfüsser-Kirche geborgen. Forschungstätigkeiten begannen 2015 im Rahmen der Sonderausstellung ″Mumien – Rätsel der Zeit″ am Naturhistorischen Museum Basel und sollten die historische Identität der Mumie klären. 2017 konnte dieses Ziel in Zusammenarbeit mit dem BBS und weiteren Forschungsinstitutionen erreicht werden. Erste Ergebnisse erschienen kürzlich in der Sonderausgabe ″Mumien: Die geheimnisvollen Boten längst vergangener Kulturen″ der Zeitschrift ″Spektrum der Wissenschaft″.

Das BBS wird von GfA-Mitglied Dr. Gerhard Hotz geleitet.

Das Bild zeigt Karin Orth während ihres Vortrags. Es wurde von Gerhard Hotz zur Verfügung gestellt.

SAPM aktualisiert ihre Dokumentationsrichtlinien

Im August 2018 ist die zweite Auflage der Anleitung zur standardisierten Skelettdokumentation in der Staatssammlung für Anthropologie und Paläoanatomie München (SAPM) erschienen. Aufgrund des stark erweiterten Umfangs liegt sie nun in zwei Teilen vor, wobei der zweite Teil ausschließlich die Untersuchung von Leichenbrand behandelt. Die SAPM nutzt die Richtlinie seit 2014, um die am Sammlungsmaterial erhobenen Forschungsdaten zu vereinheitlichen.

GfA-Mitglied Dr. Bernd Trautmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der SAPM und Herausgeber des zweiten Teils der Anleitung, fasst die Änderungen seit der ersten Auflage folgendermaßen zusammen:

Der Abschnitt zu Präinventar und Erhaltungsgrad wird nun in den Bogen zur Skelettidentifikation eingetragen, der nach wie vor zusätzlich zum eigentlichen Leichenbrandbogen auszufüllen ist.

Im eigentlichen Leichenbrandbogen ist zuerst zu notieren, ob Informationen zur Art der Bestattung vorhanden sind, bzw. ob nachvollzogen werden kann woher der Leichenbrand stammt (Bustum, Urne, Verfüllung etc.).

Es folgt die Aufnahme von Mengenangaben in Gramm sowie %-Anteil an der Gesamtmenge für den gesamten Leichenbrand, Knochenmenge ohne Beifunde, jedes Skelettelement einzeln, unbestimmte Elemente bzw. Knochengrus, Sonstige Beifunde, Tierknochen.

Überzählige Knochen sowie Tierknochen müssen separat notiert werden.

Es wurde ein eigener Abschnitt für die Aufnahme von Zahnresten eingeführt. Hier soll eingetragen werden ob die Zahnreste noch dem Ober- oder Unterkiefer (wenn möglich mit genauer Position) zugeordnet werden können. Bei Schmelz- oder Wurzelresten sind lediglich die Anzahl in die entsprechenden Felder einzutragen, ebenso bei Auffälligkeiten, Pathologien etc.

Angaben zu Verbrennungs- und Fragmentierungsgrad wurden spezifiziert.

Für die Angaben zu pathologischen oder sonstigen Auffälligkeiten wurde ein eigenes Feld eingerichtet, ebenso für zu nehmende Proben.

Die Anleitung zur standardisierten Skelettdokumentation enthält Dokumentationsbögen, die auch außerhalb der SAPM anwendbar sind. Sie kann auf der Website der Sammlung heruntergeladen werden.